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Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen nach §16e Chemikaliengesetz vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin
In den Veröffentlichungen des obigen Bundesinstitutes wurde folgender Fall geschildert:
7.4 Arbeitsplatzunfälle
Steinreiniger, flusssäurehaltig (Erwachsener)
- dermale Aufnahme -
Durch einen defekten Schutzhandschuh kam der Patient beruflich mit dem Mittel in Kontakt. Er bemerkte ein Brennen am 4. Finger rechts und wusch die Hand mit Wasser ab.
Symptome/Verlauf:
Die brennenden Schmerzen hielten an, die Finger der rechten Hand waren unbeweglich und geschwollen. Erst am nächsten Tag stellte er sich in der Klinik vor. Sensibilität und Durchblutung waren intakt, Fingerkuppen 3 und 4 etwas weißlich verfärbt, Schmerzen bei Streckung. Therapeutisch wurden über einen Verweilkatheder in der A. radialis 25 ml Calciumgluconat 10% infundiert; anschliessend Beschwerdefreiheit.
Hinweise:
Weil Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten oder unterschätzt werden, kommt es häufig zu Verätzungen durch flusssäurehaltige Fliesen- und Steinreiniger (Konzentrationen 10-20%). Niedrige Flusssäurekonzentrationen (2-10%) werden wegen fehlender Sofortsymptome meist unterschätzt. Schmerzen und Hautrötungen können mit einer Verzögerung von bis zu 24 Stunden auftreten, dann aber Tage andauern. Flusssäurekonzentrationen über 50% führen zu sofortigem Schmerz, schwer heilenden Ulzerationen, evtl. auch zu Knochenzerstörungen (tiefe Nekrosen).
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